Grass‘ Stimme lebt in „Katz und Maus“

Am 13. April 2019 jährt sich der Todestag von Günter Grass zum vierten Mal. Das Medienarchiv der Günter Grass Stiftung Bremen erinnert an den großen Schriftsteller und Denker des 20. Jahrhunderts, dessen unverwechselbare Stimme lebendig geblieben ist. Im Rahmen der Lesung und Diskussionsveranstaltung „Das braune Netz“ mit dem Autor Willi Winkler wird auch Grass zu hören sein; er liest ein Kapitel aus seinem 1961 entstandenen Werk „Katz und Maus“ vor. Die Aufnahme ist beinahe 40 Jahre alt. Worum es in der Novelle geht, deutet bereits die von Grass selbst illustrierte Titelseite an: Sie zeigt eine Katze, die ein Ritterkreuz trägt. Dieser Orden, Symbol für die Verherrlichung des Krieges, fasziniert die Hauptfigur Joachim Mahlke über alle Maßen und stürzt sie schließlich ins Verderben. Nach Erscheinen von „Katz und Maus“ wurde Günter Grass aus konservativen Kreisen heftig kritisiert und ihm Verächtlichmachung des Soldatischen vorgeworfen. 16 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs waren alte Nazis wieder beziehungsweise immer noch in Amt und Würden, bauten eine junge Republik, die demokratisch sein sollte, mit auf. Darunter so mancher Ritterkreuzträger. In seinem Buch „Das braune Netz“ schreibt Willi Winkler, „auch die junge zwangspazifizierte Bundesrepublik (wusste) den deutschen Soldaten in Ansehen zu halten.“

Die Veranstaltung findet am 24. April um 19.00 Uhr im Institut français Bremen statt.