Neuanfang im „braunen Netz“

Der vielfach preisgekrönte Journalist und Autor Willi Winkler (Foto: Jens Gyarmaty) hat kurz vor dem 70. Geburtstag des Grundgesetzes eine schonungslose und überaus lesenswerte Betrachtung der Gründungsgeschichte und Anfangsjahre der Bundesrepublik vorgelegt. In seinem neuen Buch „Das braune Netz – Wie die Bundesrepublik von früheren Nazis zum Erfolg geführt wurde“ schreibt Winkler über undemokratische Anfänge, das Einfach-Weitermachen, über das Verschweigen des Vergangenen und über das Phänomen, sich keiner Schuld bewusst zu sein. Winkler wird das Buch auf Einladung des Medienarchivs Günter Grass Stiftung Bremen am 24. April 2019 um 19.00 Uhr im Institut Français Bremen (Contrescarpe 19) vorstellen. Es geht um Menschen, die ihre Karrieren in Diensten des NS-Staates begonnen hatten und mehr oder weniger bruchlos in Führungspositionen der neuen Bundesrepublik fortsetzten. Es mutet paradox bis skandalös an, dass Neustart und Umbau zu Wohlstand und Demokratie ausgerechnet mit Hilfe der alten Nazis gelangen. „Das braune Netz“ – ein tiefgründiges Erklär- und Erzählwerk, eine fesselnde und für Geschichtsinteressierte zwingende Lektüre über eine Zeit, die auch Intellektuelle wie Günter Grass, Heinrich Böll und Siegfried Lenz hervorbrachte.