Ausstellungen

Günter Grass – A Retrospective

LECTURE | EXHIBITION | PANEL

Goethe-Institut/Max Mueller Bhavan Chennai – Indien

19. – 31.08.2015

Mit

Kiran Nagarkar und Martin Kämpchen

Nach dem Tod von Günter Grass am 13.4.2015 erinnerte das Goethe Institut Indien/ Chennai an die langjährigen Beziehungen zwischen Grass und Indien und widmete ihm eine Retrospektive.

Die Günter Grass Stiftung Bremen stellte aus diesem Anlass im Rahmen einer Kooperation Fotos und Interviews aus ihrer „Sammlung Kämpchen“ zur Verfügung. Die Ausstellung war zunächst im Goethe-Institut in Chennai zu sehen, danach in weiteren indischen Städten.

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CALCUTTA – Zeichnungen von Günter Grass

Ausstellung vom 19. Oktober 2014 bis 2. Januar 2015.

Im Jahre 1988 hat die Freie Hansestadt Bremen den umfangreichen Zeichenzyklus „Calcutta“ des Schriftstellers Günter Grass erworben. Nun stellt die Günter Grass Stiftung einen Teil dieser Werke, die bis heute nicht an ihrer Aktualität verloren haben, erneut der Öffentlichkeit vor.

Die Werke zeigen ein ungeschminktes Bild des Lebens im Elend in Calcutta, das ungeachtet des wirtschaftlichen Aufschwungs Indiens noch immer Brisanz besitzt.

Die Einführung in den Zyklus „Calcutta“ hielt am 19. Otkober 2014 Jörg-Dieter Kogel, Programmleiter bei Radio Bremen und Freund von Günter Grass, der ihn auch während der Reise begleitet hat. Der Weserkurier berichtete am 21. Oktober 2014 über die Ausstellung.


Bundesweiter „Tag der Archive“: „Frauen, Männer, Macht“

Der diesjährige TAG DER ARCHIVE fällt mit dem Internationalen Frauentag zusammen und orientiert sich daher an der Gender-Thematik: „Frauen, Männer, Macht“ lautet das Motto. Rund 20 Bremer Archive aus dem Arbeitskreis präsentieren in der Gemeinschaftsausstellung exemplarische Archivalien. Das können historische Postkarten sein, Plakate, Dokumente individueller Biographien, Schallplattencover, Filme, Interviews, literarische Werke und vieles mehr. Gruppiert um Themeninseln wie Arbeit/Wirtschaft, Bildung, Medien, Kunst/Kultur oder Sexualitäten veranschaulichen die Exponate auf vielfältige Weise die Beziehungen zwischen den Geschlechtern, verdeutlichen Machtstrukturen und zeigen deren Veränderung auf. Dem Anliegen des Tags der Archive entsprechend, präsentieren die Archive ihre Schätze der Öffentlichkeit als wertvolles Kulturgut, das sowohl Geschichte bewahrt als auch für das Verständnis der Gegenwart von zentraler Bedeutung ist.

Die Günter Grass Stiftung beteiligt sich mit 3 audiovisuellen Dokumenten aus den Siebziger Jahren, in denen Günter Grass über den § 218 und über „Der Butt“ spricht.

Ausstellungseröffnung am 6. März um 19:00 Uhr
Zentrum für Künstlerpublikationen, Weserburg | Museum für moderne Kunst, Teerhof 20, 28199 Bremen | Ausstellungsdauer 07.03. – 01.06.2014. Eintritt frei.

Flyer zum „Tag der Archive“ (pdf)

Links:

Verband dt. Archivarinnen und Archivare – Tag der Archive

Arbeitskreis Bremer Archive

Neues Museum Weserburg

Studienzentrum für Künstlerpublikationen


Dauerausstellung:

50. Jubiläum von „Hundejahre

in

MedienGrass
Günter Grass im Spiegel von Hörfunk
und Fernsehen 2001 – 2013

Die Ausstellung zeigt eine Auswahl von Dokumenten, die in den Zeitraum von 2001 bis 2013 im Spiegel von Hörfunk und Fernsehen umfassen wie

– die Diskussionen über Vertreibung und Kriegsschuld bei „Im Krebsgang“
– die Schuldfrage von Verdrängen, Vergessen, Verschweigen in der sogenannten „Waffen-SS-Debatte“ vor und nach Erscheinen von „Beim Häuten der Zwiebel“
– die Bearbeitung dieser Medienwirkung im Gedichtband „Dummer August“
– die Debatte um das Gedicht „Was gesagt werden muss“ (2012)
– Grass’ Kritik an den ‚neuen Medien‘, dem Journalismus und sein Plädoyer für das Bücherlesen

Anlässlich des 50. Jubiläums von „Hundejahre“ werden Ausschnitte aus historischen Lesungen des Romans präsentiert.

Günter Grass Stiftung Bremen


Fotoausstellung „Augenblick Istanbul! Kunst-Fotos“

von Muhlis Kenter

im Rahmen der Türkeiwoche 21. – 27.10.2013

bis 30. November 2013.

Fotos der Ausstellungseröffnung:
SHOWPLUS (COPY)

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Ausstellung

Siegfried Lenz im Spiegel von Hörfunk und Fernsehen

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Foto: © dpa.

22. April – 31. Juli 2013
Stadtwaage, Langenstraße 13, 28195 Bremen
Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-14 Uhr; Mi/Do zusätzlich 16-19 Uhr
Der Eintritt ist frei.

Siehe dazu Nordwestradio / Radio Bremen

In Zusammenarbeit mit dem Norddeutschen Rundfunk (NDR), Radio Bremen (RB) und nicht zuletzt aufgrund des Engagements von Günter Grass und Siegfried Lenz werden ab sofort auch die audiovisuellen Dokumente von Siegfried Lenz in die Obhut des Archivs zur weiteren wissenschaftlichen Erschließung gegeben.

Dieses Ereignis wurde am 21. April 2013 mit einer Präsentation audiovisueller Dokumente von Siegfried Lenz gewürdigt. Im Rahmen eines kleinen Festaktes wurde die Ausstellung eröffnet. Es sprachen die Kulturchefin des NDR, Barbara Mirow, der Intendant von RB, Jan Metzger, sowie der Vertreter des Vorstands der Günter Grass Stiftung, Dieter H. Berghöfer und Kuratoriumsvorsitzender Dr.h.c. Hanjo Kesting, der auch Herausgeber des Rundfunkwerkes von Siegfried Lenz ist.

Die Stiftung sammelt, dokumentiert und erschließt das audiovisuelle Werk wie Lesungen, Reden, Interviews und andere Beiträge in Hörfunk und Fernsehen sowie auf weiteren Ton- und Bildträgern. Damit werden die Dokumente bewahrt, der Forschung und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich gemacht und lebendig erhalten.

Der Bestand des Archivs basiert auf Dokumenten, die von der ARD zur Verfügung gestellt werden. Der Fundus aus den Archiven der Landesrundfunkanstalten der ARD wird dem Archiv zur Aufbereitung für die wissenschaftliche Nutzung zugeführt. Somit erbringt die ARD mit ihrem Beitrag den Kern des Archivs. Im Archiv erfolgt durch Literaturwissenschaftler eine Verschlagwortung und Kommentierung der Dokumente, wie sie für Forschungszwecke anwendbar ist.

Kontakt: 0421-200 4840 / 41

lichtenberg@grass-medienarchiv.de

Fotos der Ausstellungseröffnung:
SHOWPLUS

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Ausstellung

„Grimmland – Märchenhaft. Da favola. es war einmal… heute!“

Günter Grass Stiftung Bremen

im Rahmen der

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Ausstellungseröffnung:

Sonntag, 18. November 2012, 11 Uhr

Kulturhaus Stadtwaage, Langenstraße 13, 28195 Bremen

Der Eintritt ist frei.

Goethe-Institut Italien

Märchen der Brüder Grimm. Neufassungen in Bildern, Kurzfilmen und Erzählungen von deutschen und italienischen Künstlerinnen und Künstlern.

Einführung: Susanne Höhn, Rom

Günter Grass Stiftung Bremen

„Grimms Wörter“ – Film-und Hörfunkdokumente sowie Grafiken von Günter Grass.

Einführung: Donate Fink, Bremen.


Dauerausstellung:

MedienGrass
Günter Grass im Spiegel von Hörfunk
und Fernsehen 2001 – 2011

Günter Grass Stiftung Bremen

Ausstellungeröffnung:
Freitag, 16. September 2011, 18 Uhr,
Kulturhaus Stadtwaage

Dieter H. Berghöfer:
Begrüßung

Dr. Florian Reinartz:
Einleitende Worte zur Ausstellung

Dr. Kai Schlüter:
In einem VW-Bus von Wahlkreis zu Wahlkreis. Günter Grass im Wahlkampf für Willy Brand (1969) mit originalen Bild- und Tonaufnahmen

Zur Ausstellung:
Die Günter Grass Stiftung Bremen ist vor 10 Jahren von der Freien Hansestadt Bremen, Radio Bremen, Sparkasse Bremen und Bremer Bürgern gegründet worden mit der Aufgabe, die audiovisuellen Dokumente von Günter Grass zu sammeln, zu digitalisieren und in eine Datenbank [Link zu Datenbank] einzuarbeiten.
Damit wurde erstmals das audiovisuelle Werk eines Dichters systematisch der Forschung geöffnet. Mit Unterstützung der ARD konnten in den 10 Jahren des Bestehens der Stiftung zwei Drittel des geschätzten Volumens von ca. 3000 Dokumenten gesammelt werden.

Zum zehn jährigen Bestehen präsentiert die Stiftung eine Auswahl von Dokumenten, die diesen Zeitraum im Spiegel von Hörfunk und Fernsehen umfassen wie

– die Diskussionen über Vertreibung und Kriegsschuld bei „Im Krebsgang“
– die Schuldfrage von Verdrängen, Vergessen, Verschweigen in der sogenannten „Waffen-SS-Debatte“ vor und nach Erscheinen von „Beim Häuten der Zwiebel“
– die Bearbeitung dieser Medienwirkung im Gedichtband
„Dummer August“
– die „Liebeserklärung“ an die deutsche Sprache mit „Grimms Wörter“
– Grass’ Kritik an den ‚neuen Medien‘, dem Journalismus und sein Plädoyer für das Bücherlesen

Die Wahrnehmung von Günter Grass in den Medien ist die eine Seite, die in der Ausstellung gezeigt wird.
Die andere Seite, die Wirkung der Medien auf Günter Grass, bringt beide in Spannung zu einander. Der öffentlichen, lauten Debatte um seine Person, sein Werk und sein politisches Engagement steht seine eher stille Auseinandersetzung gegenüber wie unter anderem in den Lithographien „Am Pranger“, „Der Fische Geständnis“ oder „Hart und leicht“.


Ausstellung:
Marietta Armena: Am Anfang war der Granatapfel

Günter Grass Stiftung Bremen

Ausstellung vom 4.12. 2011 bis 1.2.2012

Ausstellungseröffnung
Sonntag, 4. Dezember 2011, 16:00 Uhr
Kulturhaus Stadtwaage
Langenstraße 13
28195 Bremen

Mit
Dr. Yvette Deseyve (Einführung)
Gabriele Möller – Lukasz, Hildegard Esch-Kobs (Rezitation)
Grigor Osmanian (Akkordeon)

Marietta Armena, Bremer Künstlerin mit armenischen Wurzeln, das ist „die mit dem Granatapfel“.

Zunächst war der Granatapfel für die Künstlerin, die vor fast 20 Jahren nach Deutschland kam, ein Symbol für ihre armenische Heimat. „Wo der Granatapfel ist, da bin ich zu Hause“ – so hat sie sich ein Stück alte Heimat in der neuen Heimat geschaffen. Mehr und mehr aber wurde dieses Stück Obst zum Gegenstand künstlerischer Forschungsarbeiten. Sie seziert es, legt es gleichsam unter das Mikroskop, überträgt jedes Details auf die leeren Seiten ihres Zeichenblocks, immer auf der Suche nach dem spirituellen Geheimnis.

„Anfangs, war ich wütend auf Gott und protestierte gegen seine Strafe“,
schildert sie den Beginn ihrer künstlerischen Auseinandersetzung mit ihrem großen Thema. „Wie konnte er nur seine Kinder so grausam verstoßen, bloß weil sie einmal vom Granatapfelbaum genascht hatten. So trat ich als Verteidigerin für die beiden an.“ Sie beginnt, die Bibel neu zu lesen und kommt zu höchst überraschenden Interpretationen. Die Vertreibung aus dem Paradies war, so Marietta Armena, der Beginn der Emanzipation des Menschen.

Die Schöpfungsgeschichte ist seit vielen Jahren eines der zentralen Themen der Künstlerin, dabei findet sie einen sehr eigenwilligen Zugang zu den alttestamentarischen Geschichten. Aber: Wie stelle ich Gott dar? Eine Frage, die im Laufe der Kunstgeschichte immer wieder kontroverse Positionen hervorgebracht hat. Marietta Armena sucht nach einem Weg, Gottes schöpferische Hand so darzustellen, dass sie „sichtbar ist, aber nicht vorhanden“. Ein spannendes Experiment.

Neben Schönheit, Symbolkraft und Geheimnis hat der Granatapfel eine weitere Qualität: er schmeckt. Gäste der Vernissage konnten sich davon überzeugen, es gab eine ganze Reihe von kulinarischen Varianten zu verkosten.

(Quelle: Marietta Armena)


Ausstellung:
KunstMachtOstEuropa.
Zwei polnisch-litauische Künstlerschicksale im 20. Jahrhundert: Czesław Miłosz und Mikalojus Konstantinas Čiurlionis

Günter Grass Stiftung Bremen

Ausstellung vom 4. Oktober 2011 bis 27. November 2011
der Forschungsstelle Osteuropa an der Universität Bremen
in Kooperation mit der Günter Grass Stiftung Bremen

Auf das Jahr 2011 fällt sowohl der 100. Todestag von Čiurlionis als auch der 100. Geburtstag von Miłosz. Beide Jubiläen werden sowohl in Polen als auch in Litauen begangen. Das liegt daran, dass beide Künstler von beiden Kulturen geprägt waren – ein Ergebnis der jahrhundertelangen gemeinsamen Geschichte seit dem Mittelalter, als Polen und Litauen in einem Staat vereint waren.

Die Feiern des Jahres würdigen 2011 die Rolle, die beide Personen während der Zeit des Sozialismus spielten. Miłosz war einer der schärfsten Kritiker des sozialistischen Systems gewesen, und Čiurlionis hatte in seinem Werk immer wieder die polnisch-litauische gemeinsame Kultur thematisiert – zur Zeit des Sozialismus ein Tabu. Da beides den Regimes höchst unliebsam war, erklärte man Miłosz zur Unperson und versuchte Čiurlionis für die sozialistischen Zwecke zu vereinnahmen.
Beide Strategien blieben jedoch erfolglos. Die Werke des Literaturnobelpreisträgers Miłosz wurden im polnischen Untergrund nachgedruckt und im gesamten Ostblock verbreitet. Vor allem mit seiner Schrift Verführtes Denken (1953), in der er die verführerische Anziehungskraft des sozialistischen Systems auf die Intellektuellen beklagte, wurde er zu einer moralischen Autorität für die Dissidenten im östlichen Europa.

Čiurlionis’ Musik und seine Gemälde hingegen konnten offiziell aufgeführt bzw. ausgestellt werden. Sie wurden aber im Sinne der sozialistischen Kulturpolitiker umgedeutet. So wurde z. B. die Darstellung heidnischer Motive aus der litauischen Sagenwelt in seinen Bildern als Beweis für eine atheistische Position hingestellt. Das Regime konnte jedoch nicht verhindern, dass Čiurlionis’ Werk bei den Intellektuellen Sowjetlitauens die Erinnerung an den vorherigen litauischen unabhängigen Staat und die polnischlitauische Symbiose lebendig erhielt.
Heutzutage gelten beide Künstler als wichtige Vordenker des polnisch-litauischen Verständigungsprozesses, der eine Grundlage für den EUBeitritt beider Länder im Jahre 2004 bildete.


Ausstellung:

Jaroslav Seifert: Alle Schönheiten der Welt
Leben und Werk des tschechischen Literaturnobelpreisträgers (1901-1986)

Ausstellungszeitraum:
5.5. – 3.6.2011
Im Jahr 1920 schrieb Jaroslav Seifert sein Erstlingswerk „Město v slzách“ im Stil der proletarischen Kunst und wurde Mitbegründer und Sprecher der tschechischen Avantgardegruppe Devětsil. Der Gedichtband „Na vlnách TSF“ (Auf den Wellen von TSF, 1925) war ein lyrisches Tagebuch seiner Reise nach Frankreich, in dem er im Stil des tschechischen Poetismus die moderne Zivilisation besang. In den 1920er bis 1940er Jahren arbeitete Seifert als Journalist und Redakteur bei verschiedenen Tageszeitungen und Verlagen in Prag (Rovnost, Sršatec, Reflektor, Kytice).
Nach dem Münchener Abkommen im Jahr 1938 fürchtete er in dem Gedichtband „Zhasněte světla“ um das Schicksal der Tschechoslowakei und schrieb anschließend Gedichte gegen die Besatzung seines Landes („Světlem oděná, 1940“). Nach 1948 kritisierte Seifert immer wieder das kommunistische Regime und erhielt mehrmals Publikationsverbot. Ende der 1960er Jahre wurde er Präsident des tgrasschechoslowakischen Schriftstellerverbands.
1968 protestierte Jaroslav Seifert gegen den Einmarsch der Warschauer-Pakt-Truppen in die Tschechoslowakei, später unterschrieb er die Charta 77 und wurde ein weiteres Mal mit Berufsverbot belegt. 1984, zwei Jahre vor seinem Tod, erhielt Jaroslav Seifert den Literaturnobelpreis. Die Ausstellung findet zum 110. Geburtstag des Dichters und Schriftstellers statt.
Die Ausstellung wurde vom Museum tschechischer Literatur in Prag (PNP) vorbereitet, und ist eine Kooperation mit dem Tschechischen Zentrum Berlin und dem Verein Porta Bohemica


Ausstellung:
„Günter Grass und die Deutsche Einheit –
Zeugnisse einer Auseinandersetzung“

Günter Grass Stiftung Bremen

Günter Grass beschäftigt sich seit Beginn seines politischen Engagements mit der nationalen Frage, der Teilung Deutschlands, der Zusammengehörigkeit der beiden deutschen Staaten als Kulturnation und der Frage nach einer möglichen Wiedervereinigung.

Seine skeptische Haltung gegenüber der Wiedervereinigung, die er als „Einheit ohne Einigung“ und den Beitritt der DDR als „Schnäppchen namens DDR“ genannt hat, führte in der Öffentlichkeit immer wieder zu Auseinandersetzungen um ihn und um seine Position gegenüber der Wiedervereinigung. Literarisch hat Grass sich in „Unkenrufe“ ,1992, „Ein weites Feld“, 1995, dem Thema gewidmet. Tagebucheinträge, die während des Vereinigungsprozesses entstanden sind, sind in „Unterwegs von Deutschland nach Deutschland“, 2009, veröffentlicht worden. Auch in grafischen Werken hat Grass sich mit der Wiedervereinigung auseinandergesetzt.

Nach 20 Jahren deutscher Einheit und im Rahmen der zentralen Feierlichkeiten in Bremen zeigt die Günter Grass Stiftung Bremen Ton- und Bilddokumente aus dem Archiv, in denen Grass sich zur Wiedervereinigung äußerte. U.a. sind das spektakuläre Streitgespräch mit Rudolf Augstein, NDR 1990, und ein Beitrag über „Ein weites Feld“, HR 1995, zu sehen. Ebenfalls spektakulär und jüngsten Datums, 23.März 2010, ist das Gespräch mit Hermann Kant über dessen Rolle im Schriftstellerverband der DDR.

Von ganz frühen Stellungnahmen von Grass, lange vor der Wiedervereinigung, liegen hauptsächlich Audiodokumente vor, die an verschiedenen Hörstationen angehört werden können. Dazu gehören u.a. „Wir sprechen zur Zone – Offener Brief von Günter Grass an Anna Seghers anlässlich des Berliner Mauerbaus“, WDR 1961, verlesen von Grass.

Auch die Observierung von Grass durch die Stasi ist dokumentarisch aufbereitet und als Radio-Feature, Radio Bremen 2009, zu hören.

Zu den gezeigten Exponaten seines grafischen Werkes gehören u.a. „Treuhand“, Ätzradierung Aquatinta auf Kupfer, „Huckepack“ (Spitzel und Bespitzelter), Lithografie, und der „Bilderbogen“ Lithografie, zu „Ein weites Feld“.

Vortrag von Florian Reinartz zur Ausstellungseröffnung:
„Kahlschlag und Raubbau – Die Landschaften der Deutschen Einheit bei Günter Grass“ (pdf)


Ausstellung:
‚Die Blechtrommel‘ wird fünfzig – Die Pariser Jahre

Günter Grass Stiftung Bremen

Grass vor dem großen Erfolg. Zeichnungen, Audio- und Videodokumente, Briefe und Zeitungen vor dem Erscheinen des Romans
Ausstellung ab 26. April 2009

„In unserer Ausstellung in der Stadtwaage konzentrieren wir uns auf die Produktionsgeschichte der Blechtrommel: auf den Aufenthalt von Günter Grass und seiner Familie in Paris in den Jahren 1957-60, als er noch relativ unbekannt war.
Man war auf den Autor sogenannter “absurden” Theaterstücke und mehr oder weniger verspielter Gedichte aufmerksam geworden, aber die wenigsten hätten von ihm einen großen Roman erwartet, er vielleicht auch nicht. Doch die jüngste deutsche Geschichte wollte erzählt werden, wie Grass einmal gesagt hat.“

Per Øhrgaard (Günter Grass Stiftung Bremen)

Konzipiert wurde die Ausstellung von Florian Reinartz nach einer Idee von Per Øhrgaard.


Ausstellung:
„Menschheitsdämmerung.
Eine Annäherung an die Literatur des expressionistischen Jahrzehnts“

Günter Grass Stiftung Bremen

10. Februar – 10. März 2010

Ausstellungseröffnung
Mittwoch, 10. Februar, 20 Uhr
Begrüßung: Dr. Florian Reinartz (pdf)
Vortrag Dr. Martin Rooney: „In dieser trüben
und vor Wahnsinn knallenden Zeit“

Weitere Vorträge:

Lyrik des Expressionismus
Mittwoch, 24. Februar, 20 Uhr
„Der Sturm ist da“
mit Martin Rooney und Wolfgang Schlott

Prosa des Expressionismus
Mittwoch, 10. März, 20 Uhr
„Die Wollust der Kreatur, gemenget mit Bitterkeit“
mit Sebastian Dominik (Bremer Theater)
und Martin Rooney

Die berühmteste Sammlung expressionistischer Dichtung heißt „Menschheitsdämmerung“ und wurde 1920 von Kurt Pinthus herausgegeben. Das Buch erlebte in zwei Jahren vier Auflagen mit zusammen zwanzigtausend Exemplaren und gilt heute als die klassische Anthologie der Lyrik des Expressionismus.
1933 stand das Buch auf dem Index der Nationalsozialisten. Das bedeutete für die Autoren die Flucht, das Exil oder auch den Tod.

Anlässlich der Entstehung der Literaturbewegung des Expressionismus vor hundert Jahren sowie des Erscheinens der „Menschheitsdämmerung“ vor 90 Jahren wird an diese Generation von „Umgetriebenen, Ausgetriebenen und Unsteten, von Märtyrern und Duldern, von Kämpfern und Beharrlichen, von Frühverstorbenen und in Leiden Gealterten“(Pinthus) erinnert.

Auf 22 Tafeln (80 x 60) wird ein repräsentativer Querschnitt von Schriftstellern und Dichterinnen des expressionistischen Jahrzehnts gezeigt. Dazu gehören u.a. Gottfried Benn, Georg Heym, Else Lasker-Schüler, Ernst Stadler, Georg Trakl, Ernst Toller und Paul Zech.

Die Ausstellung wurde von Dr. Martin Rooney konzipiert und Frau Hanna Logemann gestaltet.

Die Ausstellung wird von der Günter Grass Stiftung Bremen in Zusammenarbeit mit der Heinrich Böll Stiftung Bremen und dem Bremer Literaturkontor gezeigt.


Ausstellung:
„MedienGrass“ – die Rezeption von Werk und Person Günter Grass seit den 50er Jahren bis heute

Audio- und Videodokumente, Lithographien, Zeichnungen und Radierungen von Günter Grass
Ausstellung vom 28. September 2007 bis 15. April 2009

Mit ganz frühen Aufnahmen aus den 50er und 60er Jahren bis heute präsentierte das Archiv an Monitoren und Hörstationen die Debatten um Günter Grass in Features, Interviews und Kommentaren.
Weiterer Bestandteil der Ausstellung war die bildkünstlerische Auseinandersetzung von Günter Grass mit den öffentlichen Debatten in Zeichnungen, Lithografien und Radierungen. Über die Auseinandersetzung um seine Person hinausreichend, war die Ausstellung ein Stück Zeitgeschichte in der Entwicklung der Bundesrepublik Deutschland.


GLOBALEº Festival für grenzüberschreitende Literatur

Deutsch-Tschechische Ausstellung
„Libuše Moníková: Meine Bücher sind teuer“

Ausstellungseröffnung: 2. November 2008 15:00 Uhr
Ausstellung vom 2. November bis 9. Dezember 2008

Libuše Moníková (* 30. August 1945 in Prag; † 12. Januar 1998 in Berlin) war eine tschechische, deutschsprachige und deutschschreibende Schriftstellerin.

Libuše Moníková wuchs in Prag auf. Von 1963 bis 1968 studierte sie an der dortigen Karls-Universität Anglistik und Germanistik. 1971 übersiedelte sie in die Bundesrepublik Deutschland zu ihrem Ehemann. Hier war sie Lehrbeauftragte an der Gesamthochschule Kassel und ab 1977 an der Universität Bremen. Von 1978 bis 1981 war sie Referendarin und Lehrerin am Schulverbund Lesum. Seit 1981 lebte sie als freie Schriftstellerin in Berlin.

Ihr Erstling „Eine Schädigung“ wurde 1981 veröffentlicht. Es folgten die Romane „Pavane für ein verstorbene Infantin“ (1983); „Die Fassade“ (1987); „Treibeis“ (1992); „Verklärte Nacht“ (1996); und das Romanfragment „Der Taumel“ (2000, posthum), Hanser, München.
Sie publizierte auch literaturwissenschaftliche und gesellschaftskritische Essays: „Prager Fenster“
(1994) und mehrere Aufsätze in „Lettre International“.

Die Ausstellung zeigte in Dokumenten und Manuskripten Leben und Werk von Libuše Moníková. Sie war seit dem Anfang der 80er Jahre bis zu ihrem Tod eine bedeutende Vermittlerin der tschechischen Kultur in den deutschsprachigen Ländern.

Ihr Werk wurde vielfach ausgezeichnet. Sie erhielt u.a. den Döblin-Preis, 1987; den Franz-Kafka-Literaturpreis, 1989, den Adalbert-von-Chamisso-Preis, 1991. 1997 verlieh ihr der tschechische Präsident Václav Havel den Orden des Weißen Böhmischen Löwen und die Masaryk-Medaille.

Die Ausstellung wurde vom 2. November bis 9. Dezember 2008 gezeigt.

Die Ausstellung war eine Kooperation des Tschechischen Zentrums Berlin und der Günter Grass Stiftung Bremen.


„Grass macht Schule – in Syke“
Ausstellung vom 23. Juni 2008 bis 14. Juli 2008

Mit Unterstützung unserer Stiftung hat das Gymnasium Syke 2007 ein herausragendes Grass-Projekt durchgeführt. An dem Projekt waren die Jahrgänge 5 – 13 beteiligt.

Vom 23. Juni 2008 – 14. Juli 2008 wurden aus der Fülle der Ergebnisse einige herausragende künstlerische Produktionen von Schülerinnen und Schülern im Kulturhaus Stadtwaage gezeigt:

– „Metamorphosen einer Zwiebel“ (Kreide auf Ton),
– Geschichten aus „Mein Jahrhundert“ visualisiert und mit Musik unterlegt (Film),
– Buchobjekte
– Gedanken über „Heimat“ auf Postkarten
und einiges mehr.

Zur Eröffnung am Montag, den 23. Juni 2008

– spielte die „Blechtrommel-Gruppe“ auf,
– ein Trio (Klavier, Gitarre, Stimme) trug eine eigene
Vertonung von „Helene Migräne“ und „Manzi, Manzi“ vor,
– eine szenische Lesung mehrerer Schüler führte durch die Literatur hin zu Grass


Malerei in Bewegung – wie lange dauert die Ewigkeit
Bilder von Alexandra Hinz-Wladyka und Animationsfilm von Robert Turlo
In Kooperation mit der Apollon-Stiftung Bremen

Ausstellungsdauer: 5. Mai bis 2. Juni 2007.
Vernissage am 5. Mai 2007, 20.00 Uhr, Kulturhaus Stadtwaage

Filmvorführung des Danziger Oratoriums von Marek Kuczynski, nach dem Text von Pawel Huelle, unter der Leitung von Wojciech Rajski (Uraufführung Juni 2005 in Danzig).
Die Solisten waren Agnieszka Tomaszewska (Sopran), Pawel Skaluba (Tenor) und Adam Wendt (Saxophon).
Zu diesem Werk entstand ein 45 Minuten langer Animationsfilm von Robert Turlo nach Bildern von Alexandra Hinz-Wladyka, der zum Danziger Oratorium gezeigt wurde.
Die Einführung zur Vernissage hält die Kunstwissenschaftlerin Marion Bertram.

Finissage am 2. Juni 2007, 20.00 Uhr, Kulturhaus Stadtwaage
Uraufführung zweier Liederzyklen zum Thema Liebe für Sopran und Klavier.
Marek Kuczynski vertont den Gedichtzyklus „Siedem piesni milosynch“ (Sieben Liebeslieder) von Pawel Huelle.
Stefan Lindemann vertont sieben Gedichte von Sellin, Tieck, Ringelnatz und Rilke. Agnieszka Tomaszewska, Sopran, singt die beiden Liederzyklen und wird von Piotr Slopecki am Klavier begleitet.
Gedichte von Günter Grass werden innerhalb der Zyklen von Tobias Dürr (Shakespeare Company Bremen) rezitiert.


Ausstellung:

Günter Grass: Küchenzettel. Menschen sind Tiere, die kochen können

Günter Grass Stiftung Bremen

Skulpturen, Radierungen und Lithographien von Günter Grass sowie Bild- und Tondokumente aus dem Medienarchiv der Günter Grass Stiftung.

29. September 2006 bis 30. April 2007

Günter Grass hat das Essen immer wieder zum Gegenstand seiner künstlerischen Arbeit gemacht. Von „Die Blechtrommel“ über „Der Butt “ bis hin zu Gedichten wie „Im Ei“ oder „Die Schweinekopfsülze“ und zahlreichen Radierungen, Lithographien und Skulpturen hat Grass die anthropologische, kommunikative und symbolische Bedeutung des Essens ansichtig gemacht.

Ebenso spielen im Gesamtwerk von Günter Grass die Handlungsfiguren des Kochs und insbesondere der Köchin eine herausragende Rolle. Unermüdlich hat Grass auch die Voraussetzung aller Kulinaristik, den Sieg über den Hunger in der Welt, thematisiert. In seiner Dankesrede auf die Verleihung des Nobelpreises (Fortsetzung folgt…) fasst er die andauernde Relevanz dieses Bedingungsaspekts aller Kulinaristik zusammen:

„Dieses Thema ist uns geblieben… Davon wird in Zukunft zu erzählen sein“.

Konzipiert wurde die Ausstellung von Dr. Anselm Weyer.


Sonderausstellungen seit 2002 „Metamorphosen der Wirklichkeit“

3. November – 15. Dezember 2003

Danziger Exponate Radierungen, Lithographien, Grafiken von Günter Grass

Die Sammlung der Grafiken von Günter Grass im Nationalmuseum in Gdansk umfasst 69 Arbeiten, deren Kern die 30 im Jahre 1981 vom Autor der Stadt Gdansk geschenkten Grafiken bilden. Diese Grafiken wurden im Sommer in der Galerie auf der Langstrasse ausgestellt. Die Stadt übergab dem Nationalmuseum die Sammlung, noch einmal wurden sie den Betrachtern zugänglich gemacht – dann, zu Ende des Jahres 1981, wurde die Ausstellung mit Beginn des Kriegszustandes geschlossen.

Ausstellung:
30. September – 14. Dezember 2002
In gemischter Gesellschaft

Der Mensch kann mit seinen Händen sehr Verschiedenes tun. Zum Beispiel Skulpturen meißeln, Gestalten aus Ton modellieren, in eine Schreibmaschine hacken oder einen Zeichenstift führen. Günter Grass hat sich voller Neugier in all diese Metiers hineingearbeitet. Ursprünglich wollte er Künstler werden. Vor 55 Jahren, als die „Gruppe 47“ gegründet wurde, begann er eine Steinmetzlehre. Erst zehn Jahre später debütierte er als Lyriker, Dramatiker und Schriftsteller.


Ausstellung:

Calcutta – Zeichnungen von Günter Grass

30. Mai – 14. Juli 2002

Von August 1986 bis Januar 1987 lebte der Schriftsteller Günter Grass, auf Einladung des dortigen Goetheinstituts, in Kalkutta. Das ebenso faszinierende wie schockierende Erlebnis der fernöstlichen Metropole hat Grass festgehalten in den „Calcuttablättern“, einer Serie von Zeichnungen, die unter dem unmittelbaren Eindruck seines Indien-Aufenthaltes entstanden sind.
„Ich hielt fest, was mir querlag, mich anstieß oder mit Worten nicht zu benennen war“ – so beschrieb Grass selbst die Motive seiner künstlerischen Arbeit. Einer Arbeit, die angesichts der erschütternden indischen Alltagsrealität nicht mehr durch Schreiben allein zu bewältigen war: „Ich, das heißt der Schriftsteller, zwang den Zeichner zum Hinsehen, immer wieder – und alle Ausflüchte und Kunstansprüche verlachend – zum Hinsehen.“

Im Jahr 1988 hat die Stadt Bremen 77 Blätter aus dem „Calcutta“-Zyklus erworben und in die Bestände der Bremer Kunsthalle überführt. Aus Anlass des bevorstehenden 75. Geburtstages von Günter Grass am 16. Oktober 2002 zeigt in diesem Sommer die „Günter Grass Stiftung Bremen“ eine Auswahl dieser Blätter. Eröffnet wurde die Ausstellung am Mittwoch, dem 29. Mai 2002, um 19.00 Uhr mit einem Grußwort von Bürgermeister Dr. Henning Scherf, einer Lesung der Schriftstellerin Sujata Bhatt und einem Vortrag von Prof. Fritz J. Raddatz (DIE ZEIT) zum Thema „Günter Grass als bildender Künstler“.